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Bali & Beyond 2004
Gefangen in den Seidenfäden des fernen Ostens




Gerne teile ich den Lesern von EnergyLife meine Perspektive einer im Fernen Osten lebenden Wildgans. Lasst mich ein wenig davon berichten, was einem Amerikaner hier so alles begegnet und was auch spirituelle Sucher aus dem Westen interessieren könnte. Ich möchte auch von meinem Zuhause erzählen, das zur Zeit als Wild Goose Center für uns besuchende Energy Trainer dient.

Die Arbeit von Michael Barnett kam vor 12 Jahren über Deepen nach Asien. In seinem Zuhause in den Waldhügeln nördlich von Kyoto eröffnete Deepen ein Center mit dem Namen „Hangman“. Er und seine Freundin Sasha, die später den Goosenamen Machi erhielt, gaben dort wöchentlich Sessions. Wir praktizierten Diamant Yoga und Techniken der Energiearbeit, die sich Deepen bei seinen häufigen Trainings-Aufenthalten in Europa angeeignet hatte.

Bescheiden, aber dynamisch starteten wir die Arbeit zusammen mit Wildgänsen wie Junita (eine den tibetischen Buddhismus praktizierende Nonne), Anaketta (der Deepen bald Machi ausspannte), Mark (arbeitet zur Zeit mit „Body Electric Erotic“-Massage), und Mishra (der derzeit im Südwesten der USA Heilkunst praktiziert).
Alle von uns besuchten schließlich auch selbst die Energy World in Frankreich um Michael und der größeren Wildgoose Community zu begegnen. Immer wieder stoßen neue Leute zu uns, wie Masika im vergangenen Sommer und Simoni auf Bali 2004. Alle haben Wege gefunden, Energiearbeit in ihr Leben zu integrieren.
Wir alle leben hier ein von Seidenfäden durchwobenes Leben, die die Raupen des sinnlichen Orients spinnen. Diese Mixtur spiritueller Nuancen erwartet jeden, der gewillt ist, sich einzulassen… auf eine Outback Tour mit Varuni, ein Bali Retreat mit Michael Barnett, oder ein Kyoto-Erlebnis, mit Dalando als Gastgeber.

Meine eigene neuerliche Arbeit hier begann als eine Art Gegenmittel, nachdem meine Frau vor vier Jahren Selbstmord beging. Zuerst nahm ich meine beiden Kinder mit nach Australien auf eine Outback Tour mit Varuni und Rafo, es folgte mein erster Besuch des Bali-Seminars mit Michael. Inspiriert von der machtvollen heilenden Kraft und der hartnäckig um mein Wachstum bemühten Liebe, die ich dort erfuhr, lud ich Varuni ein, nach Japan zu kommen um mit unserer Wildgoose-Familie zu arbeiten.
Varunis Besuch war für jeden von uns ein außerordentlicher Erfolg. Die Teilnehmerzahlen waren zwar ökonomisch gesehen keine praktikable Grundlage für den Import von Lehrern. Aber Varunis Besuch löste Liebe und persönliches Wachstum aus, und dass sie sich hier persönlich so aufopferte war ein ergreifendes Geschenk.

Dieses Land des Chi und der europäische Reichtum befruchten sich gegenseitig in einer unbeschwerten Art und Weise, die wohl karmisch und unvermeidbar ist. Im Frühling, der japanischen Goldenen Woche vom 1.-bis 5. Mai, wird uns Mushin besuchen und sein Können mit unsere bescheidenen, aber begeisterten Gemeinschaft teilen. Das ist für alle Beteiligten ein Akt der Großzügigkeit, eine Quelle von heiliger Verbindung und tieferer Heilung.
Es gibt etwas, das man nicht beschreiben kann, ohne ein Klischee zu riskieren. Mit seiner Unzahl an Temperamenten und seinem Kontrast zu allem Westlichen ist Asien beeindruckend einmalig. Von Sibirien bis Tasmanien erstreckt sich ein Geheimnis, das dazu anregt, dass wir alle unsere kulturellen Grundannahmen überdenken. Irgendein seltsamer Duft liegt immer in der Luft, es ist die Neigung des Kopfes, die Glut des Sonnenuntergangs… etwas von einem unerreichbaren Juwel.
Betäubung und Verführung – wen diese Spinne beißt, der muss bleiben. Asien saugt einem die Seele aus, mit besonnener, bedächtiger Vieldeutigkeit, mit rohen verschwitzten Gerüchen, mit seiner beklemmenden, quälenden Geschichte. Unter den Hülsen lyrischer Lilien aus dem schlammigen Boden empor spähen die Augen unseres spirituellen Erbes. Jainismus, Mohammedanismus, Buddhismus, Taoismus, Vedantismus vermischen sich mit Millionen Einsichten von den Volksstämmen der Milliarden, die hier leben.

Wir sind fermentierter Dschungel, geheiligter Wüstenstein, vom Wind verwehte Strände, die ätzend scharf stechenden asiatischen Metropolen. Dieses Buch hat keinen Platz für ein Lesezeichen, das sich vorbehält, das Leben in Asien erst einmal zu experimentieren. Gepuderte Empfindsamkeiten sind nicht zu vergleichen mit der hitzigen und heftigen Sexualität, dem gewalttätigen Untergrund, dem kryptischen Zynismus, der hinter jedem breiten Perlweiß-Grinsen und den weit geöffneten Pupillen auflauert.
Während in den Herzen der Europäer die Angst innewohnt ist das Totem unserer asiatischen Mitmenschen die Liebe zu einem Leben voller Gegensätze, wo Tod und Gefahr Hand in Hand mit der täglichen Nahrungssuche und Hurerei gehen.

Hier wo das Leben so gewöhnlich wie der Sand ist, sind wir nichts als bedeutungslose Speichen gewaltiger Räder. Wir sind grapschende Affen, Torheit enthüllend in all unseren Bemühungen, dennoch wertvoll für unsere bescheidenen Familien und bewundernswert charmant in der Art wie wir unsere tödliche Illusion leben.

Asien zu kennen bedeutet einen Schimmer davon zu haben, was geschrieben steht, eine Ahnung dessen, was noch vergessen werden muss und einen Herzschlag, der mit der Unendlichkeit unseres Menschseins harmoniert. Schlussfolgerung ist unser heiliger Schwur, schlafenden Mitstreitern in exotischen Sprachen zugeflüstert. Aus den Gegensätzen erlangen wir Bewusstheit. Wir sind lebendes Dharma an der Pforte unseres Schicksals, verloren und verliebt ins Verlieren.

Kommt. Einer von uns ist immer hier, ein Bambusstab, der sich deinem Taifun beugt, eine weiche, durchnässte Gestalt, die mit tiefen Atemzügen freudig deine Berührung erwartet. Komm und koste Asien, und vielleicht findest du dich selbst, wie Dalando, bei lebendigem Leibe aufgefressen von lieblichen kleinen Kannibalen… ein menschliches Opfer für den harten Überlebenskampf im Paradies.
Immer in Liebe
Dalando






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